Eine Schwangerschaft ist heute kein Grund mehr, schnell zu heiraten. Nach den deutschen Gesetzen sind ehelich und unehelich geborene Kinder einander weitgehend gleichgestellt, nur beim Namensrecht gibt es noch größere Unterschiede. Auch werden ledige Mütter nicht mehr, wie es früher teilweise der Fall war, für ihr ganzes Leben als unanständig angesehen.
Trotzdem heiraten viele Paare, wenn das erste Kind unterwegs ist. Meistens besteht die Partnerschaft schon länger, beide wollen gern zusammen bleiben und das Kind gemeinsam großziehen. Ein Kind ist dann ein wunderbarer Anlass, schnell die Papiere zu ordnen und aus der Partnerschaft eine Ehe zu machen.
Häufig sind diese schnell geplanten Hochzeiten kleine, familiär gehaltene Feste. Man geht zum Standesamt, anschließend gemeinsam essen, verbringt einen netten Nachmittag zusammen und mit einem gemütlichen Abend klingt der Tag aus. Ein Jahr später sollen dann Trauung, Taufe und die große Party folgen. Auch ein kleines Fest will aber fein gefeiert werden! Und mit einer schwangeren Braut ändern sich viele Details in der Planung. Von der Kleidung über die Getränke bis hin zu den häufiger nötigen Pausen kann man dafür sorgen, dass das Fest für alle schön wird, ohne dem Baby zu schaden.
Mit rundem Babybauch zu heiraten, hat eine lange Tradition. In vielen ländlichen Gegenden durfte ein Hoferbe erst dann heiraten, wenn klar war, dass seine Liebste auch tatsächlich Kinder bekommen konnte. Schaut man sich alte Trachten-Brautkleider genau an, dann erlauben die allermeisten, den Taillenbereich zu weiten, bis er passend um einen ziemlich umfangreichen Körperschwerpunkt liegt. Eingearbeitete Falten, Schnürungen, darüber hängende Westen oder Jäckchen nutzen Umstands-Brautmoden-Designer noch heute, und früher wie heute sehen viele Modelle sehr attraktiv aus.
Überraschenderweise entwickeln auch werdende Väter oft einen Bauch. Sie futtert für zwei, und er isst mit. Schon bald passt der schöne Anzug nicht mehr. Auch für ihn gibt es aber sehr attraktive Verstecke für ein Bäuchlein, die Herrenmode hat seit langem dafür gesorgt.
Beim Sektempfang nach dem Standesamt fangen die kulinarischen Besonderheiten an. In der Frühschwangerschaft schadet Alkohol am meisten; ab dem vierten Monat kann die Braut an Festtagen unbesorgt ein Glas Sekt trinken. Was aber kommt anschließend in ihr Glas – und in die Gläser der Kinder und Auto fahrenden Erwachsenen? Üblich ist Orangensaft, aber es gibt viele leckere Alternativen.
Auch das Festessen sollte Eltern und werdendem Kind gut tun. Dafür lohnt sich ein vorbereitendes Gespräch mit dem Koch. Viele Schwangere haben seltsame Abneigungen gegen den Geruch einzelner Nahrungsmittel, die natürlich auch nicht als Beilage oder Dekoration auftauchen sollten. Die üblichen Braten enthalten viele Mineralstoffe, und wenn Gemüse und Salate wirklich frisch sind statt aus den Großhandels-Konserven, dann ist auch für die Vitaminzufuhr des Babys gesorgt. Nebenbei: frisches Gemüse schmeckt allen besser! Genau so lassen sich Desserts, leckere Torten und Kuchen den Bedürfnissen von Braut und Baby anpassen, ohne dass den Gästen etwas ungewohnt vorkommt.
Die am häufigsten gestellte Frage ist sicherlich, was man denn schenken solle. Etwas für den Hausstand, ein Gegenstand von bleibendem Wert, oder vielleicht doch Zutaten für die Kinderzimmer-Einrichtung? Gerade bei familiären, kleinen Feiern ist es sinnvoll, wenn die Gäste sich vorher absprechen, damit nachher alles zusammenpasst und den Wünschen der Brautleute entspricht.