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Brautjungfern |
Symbole
Was bedeuten die Symbole?
Es gibt nahezu unendlich viele Sitten und Bräuche rund um die Hochzeit. Wenn Se Ihre Hochzeit selber planen, müssen Sie entscheiden, welche dieser traditionellen Elemente zu Ihnen passen und welche Sie weglassen möchten. Dabei hat vieles nicht nur eine symbolische Bedeutung, sondern zusätzlich einen ganz praktischen Zweck. Oft hat sich die Bedeutung im Lauf der Zeit auch gewandelt oder ganz aufgelöst – dann bleibt eine nette Tradition übrig.
Die folgende Liste ist zwangsläufig unvollständig. Bitte mailen Sie uns Heiratsbräuche Ihrer Gegend oder Familie zu, am besten mit Angabe der Herkunft und der Bedeutung dieser Sitte – wir werden die Liste regelmäßig verlängern. Zur besseren Übersicht ist die Liste alphabetisch nach Stichworten geordnet. Bräuche, die ohne Herkunftsangabe in der Liste stehen, sind sehr weit verbreitet.
Brautjungfern
- Viele Böse Geister sind hinter der Braut her. Damit sie der Braut nicht zu nahe kommen, werden die Brautjungfern in Kleider gesteckt, die dem Brautkleid sehr ähneln. So lassen sich die Spukgestalten austricksen, weil sie die echte Braut nicht mehr erkennen.
Brautkleid
- Die Farbe Weiß steht für Unberührtheit und Unschuld. Ein weißes Brautkleid sagt aus, die Braut sei so rein wie frisch gefallener Schnee, sie sei eine Jungfrau aus gutem Haus und ohne Vorstrafen.
- Champagner- oder Cremefarben sagt als Kleiderfarbe, ganz so unerfahren sei die Braut nicht, aber bei Kerzenschein merkt man keinen Unterschied – sozusagen weiß mit Augenzwinkern.
- Vor der Hochzeit darf der Bräutigam das Kleid nicht sehen: Er bekommt Kleid samt Frau erst dann in die Finger, wenn beide verheiratet sind. Dieser Brauch steht also für „Kein Sex vor der Ehe!“. Außerdem gibt es die praktische Nebenwirkung, dass Braut und Bräutigam am Hochzeitsmorgen strikt voneinander getrennt werden, damit er das Kleid noch nicht sieht und sich die nervösen und aufgeregten Brautleute nicht ausgerechnet jetzt streiten können.
Brautschmuck
- Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues muss die Braut tragen: Das Alte steht für die Herkunft, das Neue für den neuen Lebensabschnitt. Das Geliehene steht für Freundschaften, die die Braut auf ihrem Weg begleiten. Blau ist die Farbe des Himmels und der Ewigkeit und steht hier für die Fähigkeit zu ewiger Treue.
- In manchen Gegenden trägt die Frau etwas Rotes statt blau. Rot ist die Farbe des Lebens und steht hier für Liebe, Glück und sexuelle Attraktivität – oft ist das Rote ein Strumpfband, welches der Bräutigam ihr abknöpfen darf.
Brautschuhe
- Mit kleinen Münzen bezahlen: der Beweis, dass die Braut eine sparsame Frau ist, da sie über längere Zeit hinweg Kleingeld zurückgelegt hat, um zur Hochzeit neue Schuhe kaufen zu können. Früher ein Nachweis der wirtschaftlichen Tüchtigkeit, heute lästig für Schuhläden.
- Geld im Schuh: ein Cent im Brautschuh sorgt für einen steten Geldregen in der Ehe. Es kann aber auch ein Euro sein, das spielt keine Rolle. Und wer noch mehr Geld in die Ehe bringt, muss dafür sorgen, dass der Bräutigam ein noch größeres Geldstück im Schuh hat als die Braut.
Brautstrauß
- Ihn schenkt der Bräutigam seiner Braut. Welche Bedeutung die Blumen im Strauß haben, füllt längst ganze Bücher. So sorgt z.B. ein Brautstrauß mit etwas Rotem und den richtigen Kräutern für Ruhe vor Störenfrieden.
- Brautstrauß werfen: wenn die Braut aus der Kirche kommt, wirft sie den Brautstrauß hinter sich in die Gruppe der heiratsfähigen Damen. Die den Strauß fängt, wird als nächste heiraten – so sagt man zumindest. Diese Sitte ist ein Orakel, mittels dessen die Braut die Hände frei bekommt, damit alle ihr gratulieren können.
Eheringe
- Sind üblicherweise Ringe aus Gold, selten aus Platin, in die Hochzeitsdatum und Namen des Ehepartners eingraviert sind. Gold läuft nicht an, es bleibt unverändert glänzend und schön: das Edelmetall steht hier für die Lauterkeit und Unwandelbarkeit der Liebe. Nichts soll diese Beziehung zerstören können.
- Die Ringform hat weder Anfang noch Ende, weder rechts noch links, wohl aber innen und außen. Daher gilt der Ring als Symbol für die gegenseitige Zugehörigkeit – früher sprach man auch von „goldenen Fesseln“.
- Diamanten im Ring der Frau haben unterschiedliche Bedeutungen. Manche Frauen bekommen von ihrem Mann einen Stein für jedes Kind, manche bekommen einen für jedes Ehejahr und manche bekommen einen Brillianten für jeden seiner Seitensprünge… Die meisten Trauringe enthalten keine Diamanten.
Entführung der Braut
- Was ist sie ihm wert? Das ist das Motto beim Brautklau: es soll die erste Bewährungsprobe der Ehe sein. In einem unbeobachteten Moment entführen einige Hochzeitsgäste die Braut und ab geht´s auf eine ausgedehnte Kneipentour. Sobald der frisch Vermählte den herben Verlust entdeckt macht er sich auf die Suche nach seiner Liebsten. Und das ist kein ganz billiger Spaß. Während Braut und Entführer in jeder Kneipe auf ihr Wohl anstoßen, muss der Bräutigam auf der Suche nach seiner Geliebten in den Kneipen die Zeche zahlen. Ist die Braut gefunden, zahlt der gehörnte Ehemann die letzte Rechnung als Auslöse für seine Herzdame.
Zu den Spielregeln zählt aber, dass einer der Begleiter des Bräutigams weiß, wo die Braut steckt. Spätestens nach einer Stunde oder in der dritten Kneipe sollte sie gefunden werden, sonst verdirbt die lange Suche allen das Vergnügen an der eigentlichen Feier.
Dosenscheppern
- Nach der Trauung fährt mit lautem Getöse ein Autocorso durch die Innenstadt. Warum der Krach? – Ursprünglich war er wohl ein Mittel, die bösen Geister zu vertreiben, welche das junge Glück stehlen wollen. Inzwischen ist es einfach ein Mittel, allen bekannt zu geben: hier haben zwei geheiratet. Wer beim bestehenden Dosenpfand das teure Leergut nicht mehr umständlich ans Auto knoten will, kann mit einem Hupkonzert den gleichen Effekt erzielen. Außerdem ist das lauter und es gibt noch einen positiven Nebeneffekt: Auch völlig unbeteiligte Autofahrer lächeln und hupen mit.
Schleier
- Der Brautschleier trägt eine ganze Reihe von Bedeutungen: er symbolisiert die Hochzeit als solche, steht aber auch für Schutz und Behütetsein der jungen Frau, ihre Ehre und Jungfräulichkeit. Außerdem gilt das, was mit dem Schleier am Hochzeitstag geschieht, als Omen für die Ehe. So bringt Regen auf den Schleier der Braut Fruchtbarkeit, Sonnenschein hingegen ein heiteres Eheleben.
- Den Schleier lüften: die Braut geht mit schleierbedecktem Gesicht in die Kirche. Nachdem Braut und Bräutigam zum Ehepaar erklärt wurden, hebt der Bräutigam den Schleier und schaut seiner Frau ins Gesicht. So sie ihm gefällt, küsst er sie. Es ist eine jugendfreie Darstellung dessen, wie eine Frau, die sich bis dahin Männern gegenüber bedeckt gehalten hat, von ihrem angetrauten Ehemann entdeckt und in Besitz genommen wird. Diese Sitte geht zurück auf den mittelalterlichen Brauch, dass eine Ehe erst gültig war, wenn mit dem Segen der Kirche die Braut mit dem Bräutigam das Bett geteilt hatte, was im Hochadel zumindest einmal vor Zeugen geschehen musste. Er hobt die Decke, sah seine Frau und näherte sich ihr in Zärtlichkeit…
- Schleiertanz (Sauerland): Im Lauf des Abends nehmen Freunde der Braut ihren Schleier ab und spannen ihn waagerecht über der Tanzfläche auf. Wer eine Münze oder einen Geldschein hineinwirft, darf so lange mit Braut oder Bräutigam unter dem Schleier tanzen, bis der nächste Gast Geld in den Schleier wirft. Die letzte Münze stammt vom Brautpaar selbst, welches den gefüllten Schleier überreicht bekommt. Dieser Brauch erklärt sich von selbst: die Gäste teilen nicht nur die Festfreude mit dem neuvermählten Paar, sondern auch die Kosten.
Über die Schwelle tragen
- Eine einfache Türschwelle ist die letzte Hürde, bis endlich die traute Zweisamkeit beginnen kann. Unter der Schwelle wohnen die bösen Geister, die das Glück der Jungvermählten trüben wollen. Die Braut darf darum die Türschwelle auf keinen Fall berühren. Darum gilt für die Herren an diesem Punkt: Bräute hoch und rüber.
Autor: Redaktion
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