20.06.2017

von B°

Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Die Bräuche rund um eine Hochzeit sind so alt wie die Tradition der Hochzeit selbst. Dabei haben sich im Laufe der Zeit ziemlich skurrile Rituale entwickelt.

Die Bräuche rund um eine Hochzeit sind so alt wie die Tradition der Hochzeit selbst.

Dabei haben sich im Laufe der Zeit ziemlich skurrile Rituale entwickelt, wie der Tabua auf den Fiji-Inseln. Es gibt aber auch Bräuche, wie den Joota Chupai in Indien, von denen niemand mehr den Ursprung kennt.

Da jede Nation anders ist, haben auch alle ihre eigenen Hochzeits-Bräuche. Die Bräuche sind dabei nicht nur in ihrer Art verschieden, sie erfüllen auch alle ganz unterschiedliche Zwecke. Es gibt dabei Bräuche für das Glück, die Dominanz und zum Finden der nächsten Braut.

Test für die Dominanz in der Ehe

Sehr beliebt ist der Test, ob die Braut oder der Bräutigam in der Ehe später das Sagen haben wird. Dafür gibt es das Besen-Springen von den Afro-Amerikanern und das Torte-Schneiden aus Deutschland. Beim Besen-Springen hüpft das Brautpaar zusammen über einen Besen. Wer dabei höher springt, hat später das Sagen in der Ehe. Beim Torten-Schneiden wird darauf geachtet, wer die Hand oben auf dem Messer hat. Derjenige soll später der dominante Part sein.

Bräuche für Glück in der Ehe

Eine glückliche Ehe wünschen alle Gäste dem Brautpaar. Es gibt ein paar unterschiedliche Rituale, um dieses Glück zu fördern.

Auf den Philippinen lässt das Brautpaar dazu zwei weiße Tauben fliegen. Diese symbolisieren eine glückliche und erfolgreiche Ehe.

In Venezuela ist es Brauch, dass sich das Brautpaar von der Hochzeit wegschleicht. Gelingt ihnen das, ohne dass ein Gast es bemerkt, sollen sie ewig Glück in ihrer Ehe haben. Das gilt übrigens auch für die Person, die das Wegschleichen am Ende doch bemerkt.

Die Farbe Rot symbolisiert in China Glück und Liebe. Die Bräute in China tragen deshalb traditionell einen roten Schleier und es wird ein roter Regenschirm über ihnen aufgespannt.

Bräuche gegen böse Geister

Viele Bräuche sind schon mehrere Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alt. Deshalb befassen sich viele von ihnen auch noch mit der Vertreibung von bösen Geistern.

Der Polterabend stammt aus Deutschland. Dabei zerschlagen das Brautpaar und seine Gäste haufenweise Geschirr. Dieses Zerschlagen soll böse Geister vertreiben.

Die irische Glocke ist, wie der Name schon sagt, ein Brauch aus Irland. Direkt nach dem Eheversprechen wird über den Brautleuten eine Glocke geläutet. Diese soll das gerade gegebene Versprechen frei von bösen Geistern halten.

Die Juden fertigen für das Vertreiben von bösen Geistern extra einen Krug an. Dieser wird dann nach dem Hochzeitsritual vom Bräutigam mit den Füßen zerbrochen.

In Norwegen gibt es das Ritual der kitzelnden Krone. Diese Krone besteht aus Silber und Gold mit kleinen Anhängern. Diese Anhänger machen bei jeder Bewegung ein klirrendes Geräusch, welches die bösen Geister fernhalten soll.

Ebenfalls um Kopfschmuck geht es in Pakistan. Dort hat der Bräutigam die traditionelle Sehra auf, eine rituellen Kopfschmuck aus Blumen oder Perlen. Dieser schützt vor dem bösen Auge der Geister.

Bizarre Bräuche

Auch einige bizarre Bräuche haben sich im Laufe der Zeit entwickelt.

Ein bizarres Ritual für das Glück in der Ehe gibt es in Kenia. Dort spuckt der Brautvater seiner Tochter auf den Kopf und auf die Brust.

In Korea wirft die Schwiegermutter der Braut eine Ente aus Holz zu. Diese Ente symbolisiert, dass die Braut ihr Leben lang nur einen Partner haben wird. Das Ritual zeigt aber auch, welches Geschlecht das erste Kind des Paares haben wird. Fängt die Braut die Ente wird es ein Junge, lässt sie sie fallen wird es ein Mädchen.

Beim Joota Chupai in Indien werden dem Bräutigam seine Schuhe gestohlen und am Ende gegen ein Lösegeld wieder zurückgegeben. Dieser Brauch ist deshalb etwas komisch, weil keiner mehr seinen Ursprung oder seinen Sinn kennt.

Die nächste Braut

Nicht alle Rituale haben etwas mit dem Brautpaar direkt zu tun. Einige richten sich auch an zukünftige Brautpaare. 

Dazu zählt der Brauch der versteckten Kaffeebohnen. Der Ursprung dieses Brauches ist nicht gänzlich geklärt. Auf jeden Fall werden eine geröstete und eine ungeröstete Kaffeebohne in der Hochzeitstorte versteckt. Der Gast, der die geröstete Bohne findet, wird angeblich bald selbst heiraten. Der Gast, der die rohe Bohne findet, soll ewig Junggeselle bleiben.

Aus dem Vereinigten Königreich kommt die Tradition des Brautstrauß-Werfens. Welche Frau den von der Braut geworfenen Strauß fängt, wird bald selber heiraten.

In Peru wird die Frage nach der nächsten Braut mit einem Kuchenband geklärt. Aus der Hochzeitstorte hängen dabei Bänder heraus, an denen kleine Anhänger dran sind. Einer dieser Anhänger symbolisiert einen Ehering. Die Person, die diesen Ring an seinem Stück Torte erwischt, wird als nächstes heiraten.