29.09.2017

von B° NB

Standesamtlich, kirchlich oder freie Trauung?

Wie wollen wir eigentlich heiraten? Diese Frage erwartet Paare, wenn Sie sich dazu entschlossen haben, sich das JA-Wort zu geben. Es gibt viele Möglichkeiten, sich trauen zu lassen.

Standesamtlich, kirchlich oder freie Trauung?

Wie wollen wir eigentlich heiraten? Diese Frage erwartet Paare, wenn Sie sich dazu entschlossen haben, sich das JA-Wort zu geben. Es gibt viele Möglichkeiten, sich trauen zu lassen. Standesamtlich und kirchlich sind die wohl am häufigsten gewählten aber auch eine freie Trauung ist möglich. Wer sich noch nicht entschieden hat, wie seine Trauung aussehen soll, ist auch kein Problem. Wir haben uns die drei Möglichkeiten näher für Sie angeschaut!


1. Standesamtliche Trauung

Für viele Paare ist sie ein fester Bestandteil Ihrer Hochzeit: die standesamtliche Trauung. Aber wie läuft eine solche Trauung eigentlich ab? Grundsätzlich gilt: eine standesamtliche Trauung ist eine eher sachliche Zeremonie, die meist nicht mehr als 20 Minuten dauert. Die Trauung beginnt mit der Aufnahme Eurer Personalien durch den Standesbeamten. Anschließend hält dieser eine Traurede, in der Ihr gefragt werdet, ob Ihr Euren Partner heiraten möchtet. Nach dem JA-Wort könnt Ihr Euch dann gegenseitig Eure Ringe anstecken. Der Standesbeamte wird danach das Protokoll der Trauung verlesen. Eure letzte Aufgabe ist dann, die Heiratsurkunde zu unterschreiben. Dann seid Ihr ganz offiziell verheiratet. Wenn Euch die Zeremonie zu formell ist, redet doch einfach im Vorfeld mal mit dem Standesbeamten. Er kann dann beispielsweise persönliche Informationen mit in seine Traurede einbauen. Weiterhin ist es möglich, einen Sänger oder Musiker während der Trauung dabeizuhaben. So könnt Ihr ein für Euch bedeutendes Lied singen oder spielen lassen und die Trauung individueller gestalten. Eine standesamtliche Trauung ist natürlich nicht umsonst. Die Kosten sind jedoch von Standesamt zu Standesamt unterschiedlich hoch. Um zumindest ansatzweise einen Überblick zu haben, welche Kosten auf Euch zukommen, haben wir herausgesucht, wieviel Sie ungefähr preislich erwartet. Wenn Ihr in dem Standesamt Eurer Gemeinde heiratet, müsst Ihr circa 40 Euro für die Anmeldung Eurer Trauung bezahlen, sofern Ihr deutsche Staatsbürger seid. Nicht deutsche Staatsbürger müssen dafür mindestens 50 Euro zahlen. Für Eure Heiratsurkunde fallen 10 Euro an und wenn Ihr noch ein Stammbuch möchtet, müsst Ihr 100 Euro dafür hergeben. Wollt Ihr in einem anderen Standesamt getraut werden, müsst Ihr ungefähr weitere 40 Euro einkalkulieren. Dies sind jedoch nur die Kosten für das Standesamt. Wenn Ihr nach Eurer Trauung einen Sektempfang und kleine Häppchen oder etwas Anderes wollt, kommen weitere Kosten auf Euch zu.

2. Kirchliche Trauung

Viele Paare wollen den Partner auch vor den Augen Gottes als Ehemann beziehungsweise als Ehefrau annehmen und entscheiden sich deswegen für eine kirchliche Trauung. Dabei können Sie zwischen drei Möglichkeiten, je nach Ihrer Konfession, wählen: die evangelische, die katholische oder die ökumenische Trauung. Jede dieser drei Trauungen hat eine andere Zeremonie. Egal für welche Ihr Euch entscheidet, der Pfarrer wird Euch auf jeden Fall zu einem Traugespräch vor der Hochzeit bitten. In diesem möchte er Euch besser kennenlernen und Eure Vorstellungen für die Zeremonie erfahren. Weiterhin wird er Eure Beweggründe für Eure Hochzeit wissen wollen. Außerdem könnt Ihr Liedwünsche und Gebetswünsche äußern. Auf diese Weise möchte der Pfarrer erreichen, dass Ihr eine ganz individuelle und persönliche Trauung bekommt, die ganz auf Eure Wünsche ausgerichtet ist. Der Ablauf der drei verschiedenen Trauungen ist zwar nicht gleich, läuft aber nach demselben groben Muster ab. Zu Beginn der Trauung wird Euch der Pfarrer begrüßen – entweder wird er Euch vor der Kirche abholen und Ihr lauft gemeinsam vor den Altar. Oder lediglich das Brautpaar schreitet in die Kirche. Eine dritte Möglichkeit gibt es aber auch: hierbei wird die Braut von Ihrem Vater zum Bräutigam geführt, der am Altar auf seine zukünftige Braut wartet. Ihr könnt dabei ganz allein entscheiden, wie Ihr gerne in die Kirche kommen möchtet. Nachdem der Pfarrer das Brautpaar und die Gemeinde begrüßt hat, läuft Eure Trauung nach Euren Wünschen ab, die Ihr dem Pfarrer mitgeteilt habt. Möglich sind Reden von den Trauzeugen oder Fürbitten, die die Hochzeitsgäste vortragen. Auch der Pfarrer wird einige Worte sagen. Wenn Ihr euch einen Trauspruch ausgesucht habt, wird er auch auf diesen eingehen. Schließlich ist auch bei der kirchlichen Trauung das JA-Wort mit dem gegenseitigen Tausch der Ringe der Höhepunkt. Hier könnt Ihr Eurem Partner auch ein selbst verfasstes Eheversprechen geben. Nach dem Eheversprechen erfolgt, wenn das Paar das wünscht, das Abendmahl. Gemeinsame Lieder und Gebete werden außerdem die gesamte Zeremonie begleiten. Gerne könnt Ihr auch noch eine Traukerze in der Kirche weihen lassen. Nach dem Schlusssegen und der Verabschiedung durch den Pfarrer ist die kirchliche Trauung schließlich beendet.

3. Freie Trauung

Wem die standesamtliche Trauung zu formell und sachlich ist und die kirchliche Trauung auch nicht infrage kommt, weil einer von Euch aus der Kirche ausgetreten ist oder Ihr verschiedenen Religionen angehört, ist bei der freien Trauung genau richtig. Eine freie Trauung bietet vielen Brautpaaren das, was sie sich unter einer perfekten Trauung vorstellen: Individualität und Emotionen. Wie kann man sich eine freie Trauung eigentlich vorstellen? Wie bei einer standesamtlichen oder kirchlichen Trauung ist auch hier der große Höhepunkt das gegenseitige Anstecken der Trauringe. Dies geschieht in einer Zeremonie, die ganz auf die Wünsche des Brautpaares abgestimmt ist. Egal ob Ihr es feierlich wollt oder lieber eine Trauung in der Natur, ob weltlich oder religiös – eine freie Trauung wird ganz nach Euren persönlichen Vorstellungen abgehalten. Ebenfalls ist es bei einer freien Trauung möglich, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Wo Eure freie Trauung stattfindet bestimmt übrigens ganz allein Ihr. Ihr könnt Euch an einem für euch bedeutenden Ort trauen lassen oder bei Eurer Hochzeitslocation, draußen oder drinnen. Es gibt beinahe nichts, was unmöglich ist. Und wer hält schließlich Eure freie Trauung? Die Zeremonie übernimmt bei freien Trauungen meist ein freier Theologe. Diese Theologen arbeiten nicht für die Kirche und sind somit keine Pfarrer. Sie versuchen, an Eurer Trauung eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Dies gelingt mit den richtigen Worten und Musik, wenn sich das Brautpaar dies wünscht. Auch die Trauzeugen und andere Hochzeitsgäste können gerne in die Zeremonie mit einbezogen werden. Um Eure freie Trauung genau auf Eure Wünsche auszurichten, trefft Ihr euch am besten mehrmals mit Eurem gewünschten freien Theologen, um ihm Eure Vorstellungen mitzuteilen. So könnt Ihr Euch auch gleich besser kennenlernen und schauen, ob die Chemie zwischen Euch stimmt. Der freie Theologe hat ebenfalls die Möglichkeit, Eure gemeinsame Geschichte zu erfahren und auf diese Weise die Trauung auf einer persönlichen Ebene zu gestalten. Ihr müsst natürlich beachten, dass freie Theologen selbstständige Dienstleister sind und somit ein Honorar erwarten. Wie viel ein Theologe für Eure Trauung verlangt, ist ganz unterschiedlich. Es gibt Theologen, die weniger Geld möchten, andere dagegen wollen ein höheres Budget. Auch kommt es darauf an, wie Ihr euch Eure Trauung vorstellt. Grundsätzlich solltet Ihr aber mit mindestens 500 Euro Gage für Euren Trauredner rechnen. Wenn Ihr ein festes Budget habt, dann redet einfach offen mit Eurem Theologen über den Preis. Ihr werdet sicher eine Lösung finden, die beide Seiten zufrieden stellt.