Recht und Formalitäten

Ja ich will! Mit diesen Worten und einer kleinen Unterschrift besiegeln Sie das Bündnis, das Ihre Liebe besiegeln soll. Die Ehe ist jedoch vor dem Gesetz mit dem Ja-Wort bei der standesamtlichen Heirat und Ihrer Unterschrift auch ein rechtlicher Akt, bei dem man sich wohl oder übel mit einigen Paragraphen auseinandersetzen sollte. Wie ändern sich ihre Rechte und Pflichten durch das Ja-Wort? Welchen Familiennamen trage ich laut Namensrecht nach der Hochzeit? Wollen wir einen Ehevertrag?

Für solche Fragen sollten Sie sich bei einer professionellen Rechtsberatung informieren, denn dies sorgt für klare Verhältnisse noch vor der Hochzeit.

Die Ehe ist, wenn nicht anders in einem Ehevertrag festgelegt, eine Zugewinngemeinschaft. Das heißt, dass der Güterstand, also die Vermögensverhältnisse, vor und während der Ehe getrennt bleiben. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie nicht für Schulden Ihres Partners haften, es sei denn Sie haben gemeinsam einen Kredit oder eine Bürgschaft für ihren Partner aufgenommen.

Im Falle einer Scheidung findet so ein Zugewinnausgleich statt. Das bedeutet, dass das Vermögen, welches während der Ehe erwirtschaftet wurde, zusammengezählt und zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Dieses Recht kann zum Beispiel eine Frau, die sich in der Ehe um die Kinder gekümmert hat während der Mann das Geld verdiente, bei einer Scheidung geltend machen.

Die Rechtslage der Ehe und einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, also einer so genannten gleichgeschlechtlichen Ehe, sind in Deutschland nahezu identisch.

Ehevertrag

In einem Ehevertrag wird in der Regel festgehalten, wie die Partner im Falle einer Scheidung oder eines Todesfalles gestellt sein werden. In ihm werden also unter anderem Unterhaltszahlungen, Vermögensausgleich, Rentenregelungen, Güterstände sowie Erb- und Pflichtrecht aufgeführt. Dass zum Beispiel ein Partner nichts bekommt, der andere jedoch alles, kann nicht vereinbart werden, jedoch eine Gütertrennung im Falle einer Scheidung. Es ist auch möglich, noch während der Ehe einen solchen Ehevertrag abzuschließen, dieser bezieht sich dann jedoch auf die gegenwärtigen Güterwerte und wird dann als Scheidungsvereinbarung bezeichnet. Solche Vereinbarungen, ob vor oder während der Ehe, müssen in Anwesenheit beider Partner mit einem Notar beschlossen werden. Die Kosten für den Notar und den Abschluss des Vertrages hängen vom Vermögen beider Partner ab. Der Ehevertrag kann jederzeit geändert werden.

Ob Sie sich für einen Ehevertrag entscheiden, liegt ganz bei Ihnen. Er ist jedoch ratsam, sollte einer der Partner Kinder mit in die Ehe bringen, um so einer Benachteiligung dieser in der Erbfolge entgegenzuwirken oder wenn hohe Vermögenswerte im Spiel sind. Ebenso sollten Sie über einen solchen Vertrag nachdenken, wenn Sie und Ihr Partner verschiedene Staatsangehörigkeiten besitzen. Denn so wird festgelegt, welches nationale Recht im Falle einer Scheidung oder des Todesfalles eines Partners gelten soll.

Namensrecht

Mit dem Ja-Wort stellt sich auch die Frage des Nachnamens. Wichtig ist zu wissen, dass der Familienname nicht nachträglich geändert werden darf. Bei der Wahl Ihres Nachnamens haben sie lt. Namensrecht folgende Möglichkeiten:

  • Ein Familienname: Sie einigen sich auf einen Namen, der dann auch der Familienname wird, den auch Ihre Kinder tragen werden. Das bedeutet, Sie entscheiden sich entweder für den Geburtsnamen der Frau oder des Mannes.
  • Begleit- oder Doppelname: Sie entscheiden sich für einen Begleit- oder Doppelnamen. Dabei behalten Sie Ihren Geburtsnamen und der Ihres Partners wird angehängt. Ob dabei nun Frau Müller nach der Hochzeit Frau Müller-Schmidt oder Frau Schmidt Müller heißt, liegt bei Ihnen. Als Familienname gilt dann der Name, den beide tragen. Diesen erhält dann auch das gemeinsame Kind. Der Doppelname darf auch nachträglich noch gestrichen oder hinzugefügt werden.
  • Getrennte Namensführung:Sie behalten, wie gehabt, beide Ihren Namen. Mit dem Ja-Wort müssen Sie sich aber auf einen Namen einigen, der der Familienname ist und den gemeinsamen Kinder erhalten. Sollten Sie zuvor geschieden worden sein, so dürfen Sie den Namen aus erster Ehe, sollte es nicht Ihr Geburtsname sein, ebenso behalten. Ihr Partner darf diesen jedoch nicht annehmen und er darf nicht zum Familiennamen werden, den Ihre gemeinsamen Kinder tragen.

Informationspflicht

Wer über die Heirat und Namensänderung informiert werden muss/was sie ändern lassen müssen (dank der Ehe können Sie in mancher Hinsicht finanzielle Vorteile haben!):

  • Personalausweis, Reisepass
  • Führerschein und Fahrzeugpapiere
  • GEZ
  • Finanzamt
  • Arbeitgeber
  • Vermieter
  • Banken
  • Versicherungen
  • Stromanbieter/ Stadtwerke
  • Internet-, Telefon- und Fernsehanbieter
  • Vereine

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