28.05.2020

von B° ZA

Versicherungen und Finanzen als verheiratetes Paar. Das kann sich ändern

Welche Änderungen sind nach der Hochzeit zu beachten?

Mit einer Hochzeit kann sich vieles ändern, muss es aber nicht. An dieser Stelle sind die Vorgaben mit den Jahren deutlich offener geworden. Diese zwei Beispiele dürften vielen bekannt sein: Zur Hochzeit braucht heute keiner mehr Trauzeugen. Auch darf jeder, der möchte, seinen Nachnamen behalten. Anderes ist hingegen Pflicht, wie etwa die Anpassung der Steuerklassen, womit unterm Strich sogar steuerliche Vorteile einhergehen. Auch nach der Hochzeit können Paare viele Änderungen in puncto Finanzen und Versicherungen angehen, müssen tun sie das allerdings nicht. Welche Optionen es gibt und welche sogar finanziell interessant sein könnten, zeigt dieser Beitrag.

Bankkonten zusammenlegen. Hierfür kann ein Gemeinschaftskonto geeignet sein

Ein sogenanntes Gemeinschaftskonto kann eine Option sein, um in die gemeinsame Zukunft als Ehepartner auch mit einem gemeinsamen Konto zu starten. Wie das gemeinsame Konto angelegt wird, hängt von der Nutzung ab. Das heißt: Wer als Paar das Gemeinschaftskonto befüllt, um davon die Miete, die Hausraten sowie die Lebenshaltungskosten zu bezahlen, wird sich voraussichtlich für ein Girokonto entscheiden. Planen die Frischvermählten auf einen gemeinsamen Traum zu sparen, kann auch die Anlage eines Tagesgeldkontos eine denkbare Option sein.

 

Tipp: Der Vergleich von Gemeinschaftskonten hilft nicht nur dabei, die passende Kontoform zu finden, sondern auch die damit in Verbindung stehenden Kosten zu vergleichen. Entscheidende Parameter beim Vergleich eines Gemeinschaftskontos sollten die Kontoführungsgebühren sowie die Kosten sein, die der Anbieter für die Girokarten und/oder die Kreditkarte erhebt.

  •  Vorteil: Ein Gemeinschaftskonto kann das Zusammenleben regeln und vergleichsweise fair gestalten, wenn beispielsweise jeder denselben Betrag auf das Gemeinschaftskonto einzahlt und von dem Geld auf dem Konto Alltag oder Urlaub finanziert werden.
  •  Nachteil: Zum Nachteil wird das Gemeinschaftskonto dann, wenn die Verdiensthöhen recht unterschiedlich sind und doch ein einheitlicher Betrag auf das Konto eingezahlt werden soll. Während der Besserverdiener sich nach wie vor etwas leisten kann, bleibt für den Geringverdiener dann nur wenig übrig. Auch wenn im Zuge der Familienplanung sich die finanziellen Möglichkeiten verschieben, ist es keine gute Idee, darauf zu pochen, dass das Gemeinschaftskonto mit gleich hohen Beträgen bespart wird.

 

Versicherungen zusammenlegen. Bei diesen Versicherungstypen sparen Paare

Häufig passiert dies bereits bevor sich die Paare das Ja-Wort geben: die Zusammenlegung der Versicherungen. Bei einigen Versicherungspolicen muss kein Trauschein vorliegen, um die Versicherung zusammenlegen. Hier reicht bereits ein gemeinsamer Hausstand. Hilfreich kann die Eheschließung dennoch sein.

Tipp: Um vom außerordentlichen Kündigungsrecht bei der privaten Haftpflichtversicherung Gebrauch zu machen, hilft die Eheschließung ungemein, um einen Vertrag zu beenden und den zweiten Vertrag auf zwei Ehepartner auszuweiten.

  •  Vorteil: In aller Regel ist eine Paar- oder Familienversicherung immer noch deutlich günstiger als eine Single-Versicherung. Deswegen lohnt sich die Zusammenlegung der Versicherungen vor allem finanziell.
  •  Nachteil: Ggf. muss bei den Versicherungsdetails nachjustiert werden. Das ist vor allem bei Versicherungen wie beispielsweise der Hausratversicherung der Fall. Hier spielen Versicherungssummen eine wichtige Rolle, was auch bedeutet: Verfügt ein Partner über teure Wertgegenstände, die durch die Hausratversicherung abgesichert sein sollen, trägt der andere die Kosten ein Stück weit mit.

 

Versicherungen zusammenlegen. Bei diesen Versicherungstypen sparen Paare

 

Das sogenannte Bezugsrecht regelt, wer im Falle des Leistungsfalls einer Versicherung das Geld bekommt. Das ist bei kleineren Schäden, wie etwa einem Haftpflichtschaden, natürlich der Geschädigte. Bei anderen Versicherungsformen, wie etwa der Hausratversicherung, ist der Versicherungsnehmer auch der Begünstigte. Läuft der Versicherungsvertrag auf beide Ehepartner sind also beide Parteien bezugsberechtigt. Wohl aber haben viele Menschen eine Lebensversicherung oder gar eine Risikolebensversicherung, in der es gilt, einen Bezugsberechtigten festzulegen.

Tipp: Eine Lebensversicherung oder eine Risikolebensversicherung macht hingegen nur Sinn, wenn der Versicherungsnehmer nicht der Leistungsberechtigte ist, denn: Mit einer Lebens- oder Risikolebensversicherung sichern sich Ehepaare häufig gegenseitig ab, wenn beispielsweise Kredite aufgenommen wurden, um ein Eigenheim zu finanzieren. Würde einem Partner (beispielsweise dem Hauptverdiener, wenn bereits Kinder auf der Welt sind) etwas zustoßen, sollte der Zurückgebliebene zumindest keine finanziellen Sorgen haben, wenn schon das Familienglück zerbricht.

  •  Vorteil: Wer gemeinsam eine Lebens- oder Risikolebensversicherung abschließt, die wechselseitig begünstigt, der muss sich in aller Regel nur wenig Sorgen um die Begünstigung machen. Meist erledigt ein versierter Versicherungsberater die korrekte Bezugsberechtigung.
  • Nachteil: Eine Bezugsberechtigung wird häufig dann zum Verhängnis, wenn Altverträge ungeprüft weiter bezahlt werden. Dann könnte im schlechtesten Fall der Ex-Partner bezugsberechtigt sein oder das Bezugsrecht mit einer Klausel belegt sein, die das Bezugsrecht schmälert. Ebenfalls von Nachteil könnte es sein, wenn nicht geregelt ist, was passiert, wenn der Bezugsberechtigte die Leistung gar nicht annehmen kann (weil er vielleicht selbst verstorben ist). Auch Steuern auf die Geldleistung zahlen zu müssen, wäre ärgerlich und sollte im Vorfeld gut durchdacht sein.