Hochzeitsknigge

Der Tag der Hochzeit ist das Ereignis, das auch noch lange nach der Hochzeitsfeier dem Brautpaar, dessen Familien und Freunden im Gedächtnis bleibt. Beim Schwelgen in Erinnerungen sollten jedoch das bezaubernde Outfit der Braut, der rührende Moment des Ja-Wortes oder der Hochzeitswalzer das Hauptgesprächsthema sein - und nicht etwa der Großonkel, der zu tief ins Glas geschaut hat oder die Freunde des Fußballvereins, die jedes noch so pikante Detail der letzten feuchtfröhlichen Mannschaftsfahrt in Wort und Bild der gesamten Hochzeitsgesellschaft präsentieren. Gerade bei solch einem Anlass sollte man sich seiner Rolle als Gast bewusst sein und einige Regeln beherrschen, um potentiellen Fettnäpfchen auszuweichen.

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit ist eine Tugend! Schon vor der eigentlichen Hochzeit sollte man aus Achtung und Respekt mit dieser Tugend glänzen. Die Brautleute investieren viel Zeit und Mühe in die Hochzeitsplanung ihres großen Tages. Geben Sie also pünktlich Ihre Zu- oder Absage an.

Mit Unpünktlichkeit hinterlassen Sie vor allem bei der kirchlichen Trauung keinen besonders positiven Eindruck. Informieren Sie sich frühzeitig, wann und wo genau die kirchliche Trauung stattfindet. Nichts ist störender, als knarrende Kirchentüren während der Zeremonie. Sie sollten am besten spätestens 30 Minuten vor Beginn da sein. Ist eine Verspätung dennoch unvermeidlich, so verhalten Sie sich bitte unauffällig. Laufen Sie nicht einmal durch die ganze Kirche, um Ihren Platz zu finden, sondern setzen Sie sich ohne Aufsehen zu erregen in eine der hinteren Reihen.

In der Kirche

In der Kirche gibt es zwar meistens keine Platzkarten, aber eine allgemein bekannte Sitzordnung. Die Brauteltern, Familie und enge Verwandte der Brautleute sowie die Trauzeugen sitzen in den ersten Reihen, Freunde und Bekannte dahinter. Auch wenn Sie in den vorderen Reihen vielleicht eine bessere Sicht auf das Geschehen der Trauzeremonie haben: sofern Sie nicht zur Familie der Brautleute gehören, setzen Sie sich bitte nicht neben die Brauteltern.

Wenn die kirchliche Trauung in einer Ihnen fremden Religion stattfindet, so brauchen Sie natürlich nicht jedems Detail einzuhalten und jedes Lied mitzusingen. Die Höflichkeit gebietet es aber, mit den anderen Gästen zusammen aufzustehen und sich zu setzen.

Wichtig für die Brautleute: Bitten Sie den Pfarrer, der Sie getraut hat, auch zur Hochzeitsfeier.

Selbstverständlich gilt für die gesamte Trauungszeremonie, dass die Handys ausgeschaltet sind. Wenn während des Kirchen-Ein- und Auszugs der Brautleute „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Highway to Hell“ ertönt, ist das bestimmt ein riesiger Lacher, aber an dieser Stelle mehr als unangebracht!

Dresscode

Wählen Sie Ihre Kleidung dem Anlass angemessen. Aber bitte nicht auffälliger als die der beiden Hauptpersonen des Tages, der Brautleute. Denn niemand soll ja an Ihrem großen Tag mehr strahlen. Das gilt vor allem für die Damen! Ihnen steht die Kleiderwahl prinzipiell frei. Es gibt jedoch eine oberste Regel: Weiß und Cremetöne trägt heute nur die Braut!

Bei der kirchlichen Trauung ist zu einem tief ausgeschnittenen Kleid ein Jäckchen oder eine Brautstola angebracht. Hinweise auf den Dresscode finden Sie auch häufig auf der Hochzeitseinladung.

Hochzeitsfeier

Beachten Sie zumindest während des offiziellen Teils der Hochzeitsfeier die Sitzordnung. Die Brautleute haben sich bei Ihrer Hochzeitsplanung bestimmt etwas gedacht und sich dabei schließlich auch Mühe gegeben. Auch wenn Ihnen Ihr Tischnachbar unbekannt ist, so haben Sie zumindest ein Gesprächsthema, Ihre gemeinsame Bekanntschaft, die Brautleute.

Möchten Sie eine Hochzeitsrede halten oder planen sie witzige Hochzeitsspiele mit den Brautleuten, so informieren Sie sich vorab über den Ablaufplan. Der beste Ansprechpartner ist dafür der Zeremonienmeister, meistens der Trauzeuge. Die Anfangs-Hochzeitsrede macht der Brautvater. Eine Hochzeitsrede sollte nicht länger als fünf Minuten dauern. Verzichten Sie auf Insiderwitze. Das könnte die anderen Gäste, die sie nicht verstehen, langweilen. Ein absolutes No-Go sind zu private Details in Form von Bildern oder Anekdoten, aber auch Hochzeitsspiele, die das Paar, die Trauzeugen, die Brauteltern oder andere Gäste in Verlegenheit bringen können.

Diese Regeln sollen den Spaß an der Hochzeitsfeier aber keineswegs mindern! Ein Auftritt steht und fällt mit seinem Publikum. Spielen Sie bei Hochzeitsspielen mit. Seien Sie kein Spielverderber und sorgen Sie für gute Stimmung. Vergessen Sie bei der ausgelassenen Stimmung jedoch nicht, dass der erste Tanz, also der Eröffnungstanz, dem Brautpaar gehört.

Vor allem für die unverheirateten weiblichen Gäste ist dabei das Braustraußwerfen immer ein Highlight. Aber liebe Damen, bitte bedenken Sie dabei auch: Den Brautstrauß zu fangen ist eine Sache des Glücks und nicht von Muskelkraft oder spitzen Ellenbogen. Dieser Brauch sollte nicht in heftigen Szenen enden.

Wichtig für die männlichen Gäste: Egal, wie warm es ist, Männer dürfen Ihr Jackett erst ausziehen, wenn der Bräutigam seines abgelegt hat!

Auch wenn das Hochzeitsessen noch so verlockend duftet. Das Buffet bleibt so lange unberührt, bis das Brautpaar es eröffnet. Beim Tortenbuffet geschieht das mit dem Anschneiden der Hochzeitstorte. Aber liebe Brautleute, lassen Sie Ihre Gäste bitte nicht allzu lange warten.

Auf eines sollte noch dringlich hingewiesen werden: auch wenn es verlockend ist, schauen Sie nicht zu tief ins Glas.

Überreichen Sie Ihre Geschenke an das Brautpaar nicht direkt vor oder nach der Trauung. Der beste Zeitpunkt dafür ist die Hochzeitsfeier danach. Dort steht meistens auch ein Hochzeitstisch, auf dem alle Geschenke einen Platz finden. Da es bei den vielen Geschenken und Gratulationen schwer fällt, jedes einzelne auf der Hochzeit zu begutachten und den Überblick zu behalten, versehen Sie Ihr Geschenk mit einer Karte. Ausgepackt wird meist nach der Hochzeitsfeier.

Namenskarten für die Sitzordnung

Etikette bei der Hochzeit

Beachten Sie zumindest während des offiziellen Teils die Sitzordnung. Die Brautleute haben sich bei Ihrer Planung bestimmt etwas gedacht und sich dabei schließlich auch Mühe gegeben. Auch wenn Ihnen Ihr Tischnachbar unbekannt ist, so haben Sie zumindest ein Gesprächsthema, Ihre gemeinsame Bekanntschaft, die Brautleute.